Vielleicht kennst du die Situation: Du findest ein spannendes Profil auf LinkedIn, möchtest dich vernetzen – doch statt „Vernetzen“ siehst du nur den Button „Folgen“. Keine Vernetzungsanfrage möglich.
Woran liegt das? Die Antwort ist weniger mysteriös, als viele denken. In diesem Artikel erkläre ich dir die häufigsten Gründe und zeige dir, welche Optionen du trotzdem noch hast.
Der Unterschied zwischen „Folgen“ und „Vernetzen“ auf LinkedIn
Bevor wir zu den Ursachen kommen, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Unterschied:
- Vernetzen bedeutet:
Ihr seid direkte Kontakte. Ihr seht deutlich mehr Inhalte voneinander und habt einen engeren Austausch. - Folgen bedeutet:
Du siehst Beiträge dieser Person in deinem Feed – aber unverbindlicher. Die andere Person sieht deine Inhalte nicht automatisch.
LinkedIn unterscheidet hier ganz bewusst zwischen Nähe und Reichweite.
Grund 1: Die Person hat über 30.000 Kontakte oder Follower
Ein sehr häufiger Grund ist die Größe des Netzwerks.
Sobald ein Profil etwa 30.000 Kontakte oder Follower erreicht, schaltet LinkedIn automatisch um:
- Keine Vernetzungsanfragen mehr
- Nur noch „Folgen“ möglich
Das ist ein systemseitiger Mechanismus von LinkedIn. Dahinter steckt die Idee, dass ab dieser Größenordnung echte persönliche Vernetzung kaum noch möglich ist. Stattdessen wird das Profil eher wie ein öffentlicher Kanal behandelt.
Grund 2: Vernetzen wurde bewusst deaktiviert
LinkedIn bietet Nutzer:innen die Möglichkeit, aktiv zu steuern, wie andere mit dem eigenen Profil interagieren können.
Manche entscheiden sich bewusst dafür:
- Vernetzungsanfragen zu deaktivieren
- stattdessen nur Follower zuzulassen
Das hat mehrere Vorteile:
- Mehr Kontrolle über das eigene Netzwerk
- Weniger ungewollte Kontakte
- Bessere Abgrenzung zwischen Reichweite und persönlichem Austausch
In diesem Fall ist das „Folgen“-Symbol also eine bewusste Einstellung – kein Fehler.
Was sehen Follower (und was nicht)?
Follower sehen in der Regel:
- öffentliche Beiträge
- ausgewählte Inhalte im Feed
Follower sehen nicht automatisch:
- alle Aktivitäten
- interne Netzwerkdetails
- Beiträge, die nur für Kontakte freigegeben sind
Umgekehrt gilt oft auch:
Die Person, der du folgst, sieht deine Inhalte nicht zwingend.
Der kleine Workaround: Vernetzen über „Mehr“
Manchmal gibt es dennoch eine Möglichkeit zur Vernetzung – auch wenn zuerst nur „Folgen“ angezeigt wird.
So gehst du vor:
- Öffne das Profil der Person
- Klicke auf „Mehr“ oder die drei Punkte
- Prüfe, ob dort „Vernetzungsanfrage senden“ erscheint
Wichtig:
- Dieser Workaround funktioniert nur, wenn
- die Person das Vernetzen nicht komplett deaktiviert hat
- und die 30.000-Grenze noch nicht überschritten ist
Warum LinkedIn diesen Mechanismus nutzt
LinkedIn verfolgt mit dieser Regelung mehrere Ziele:
- Schutz der Privatsphäre
- Vermeidung von Kontakt-Spam
- Klare Trennung zwischen Netzwerk & Reichweite
- Skalierbarkeit bei sehr großen Profilen
Es handelt sich also nicht um einen Bug, sondern um einen bewusst eingesetzten Mechanismus.
Fazit: Nur folgen zu können ist völlig normal
Wenn du auf LinkedIn jemanden nicht vernetzen kannst, liegt das meist an:
- einer sehr hohen Kontakt- oder Followerzahl
- oder an individuellen Profileinstellungen
In beiden Fällen ist „Folgen“ die vorgesehene Alternative. Und mit dem kleinen Workaround über „Mehr“ lohnt sich zumindest ein kurzer Blick.
👉 Wichtig ist: Das sagt nichts über dich aus – sondern über die Struktur und Schutzmechanismen von LinkedIn.
